Die letzten Tage in den USA und Ankunft in Europa

Wie erwartet bliebt der Shutdown für die restlichen Tage in Washington bestehen. Somit konnte ich mir die geplanten Museen nicht mehr anschauen. Trotzdem war Washington D.C. auf jeden Fall die Reise wert. Vor allem im Sommer und mit geöffneten Museen wird es dort bestimmt noch um einiges besser sein. Von Washington mietete ich mir für 2 Tage ein Auto, das ich New York City zurückgab. Dazwischen machte ich erst einen kurzen Zwischenstopp in Philadelphia. Über Philadelphia kann ich daher nicht so viel sagen. Außerdem waren hier die Museen auch noch geschlossen. An sich machte die Innenstadt aber einen wirklich schönen Eindruck. Viele kleine Einbahnstraßen und viele Radwege. Am nächsten Tag ging es dann zu den 600 Kilometer entfernten Niagarafällen. Am Abend vorher hatte ich im Hostel noch Björn aus Bielefeld kennengelernt. Dieser schloss sich mir kurzfristig an, da er auch 2 Tage später in New York sein wollte.

Am Abend schauten wir uns das Feuerwerk auf der kanadischen Seite der Niagarafälle an. Im Winter waren zwar nicht alle Wege zugänglich, jedoch waren dafür auch viel weniger Touristen als im Sommer vor Ort. Es war aber auch sehr kalt zu der Zeit und als wir uns die Fälle am nächsten Morgen nochmal von der kanadischen Seite aus anguckten, war der riesige Fluß auch gefroren. Das sah dann alles schon ziemlich beeindruckend aus. Der Kälte zum Trotz blieben wir immerhin bis zum Mittag in Niagara und machten uns gegen 13 Uhr in Richtung New York City auf .

Ich war am Anfang zwar etwas skeptisch aber man muss es so sagen: New York City ist schon geil.
Am ersten Morgen brachte ich erstmal das Auto zum JFK Airport und radelte meine ersten Kilometer. Das klappte schonmal ganz gut. Zum ersten Mal sah ich nun Brooklyn bei Tageslicht und war positiv überrascht. Ich hatte viel mehr Müll und heruntergekommene Gegenden erwartet. Auch Fahrrad fahren konnte man überraschend gut. Am Mittag fuhr ich das erste Mal mit dem Rad nach Manhattan. Ich hatte mich auf stressiges Fahren mit viel Verkehr eingestellt. Jedoch hat es so viele Radwege in New York, dass ich gleich am ersten Tag 78 Kilometer fuhr. Am gleichen Tag besuchte ich auch noch das Rockefeller Center und kaufte mir ein Ticket für den Sonnenuntergang. Für insgesamt 50 Dollar nicht ganz billig, allerdings war es das auf jeden Fall wert. Man hatte eine überragende Sicht auf das Empire State Building, den Central Park, das One World Trade Center und auch die Freiheitsstatue konnte man immerhin noch ganz klein erkennen. Die 2 Aussichtsplattformen waren grundsätzlich sehr gut und die Sicht wurde auch nicht durch einen Zaun beeinträchtigt. Zwar sieht man von anderen Aussichtspunkten die Brooklyn Bridge und die Freiheitsstatue besser, allerdings würde ich wenn dann wahrscheinlich eher nochmal auf das Rockefeller Center hinauf.

Am zweiten Tag besuchte ich mit Björn die Freiheitsstatue auf Liberty Island und Ellis Island, wo bis Mitte der 50er Jahre alle Einwanderer in die USA kontrolliert wurden. Die nächsten Tage in New York waren mit minus 15 Grad richtig kalt und daher bevorzugte ich zu dieser Zeit die Metro und kaufte mir für 32 Dollar ein 7 Tage unlimited Metro Pass. Zu dieser Zeit traf ich mich entweder mit Björn oder anderen Deutschen die ich mittlerweile kennengelernt hatte. Auch das ein oder andere Bier genossen wir in Rudy’s Bar. Diese liegt nur wenigen Gehminuten vom Times Square entfernt. Dort waren die Preise wirklich gut und ein Bier konnte man für 3 Dollar kaufen. Wer in New York also mal ein Bier trinken möchte ohne die Urlaubskasse arg strapazieren zu wollen, der sollte Rudy’s Bar aufsuchen. Für Leute die gerne shoppen gehen wird New York ein Paradies sein. Man sollte also beim Hinflug schon genug Platz im Koffer haben.

Den Super Bowl schaute ich in einer typisch amerikanischen Bar. Sie war nicht überfüllt aber alle Leute waren sehr gut drauf, obwohl die falsche Mannschaft am Ende gewann. Am letzten Tag besuchte ich Vormittags das 9/11 Memorial Museum. In meiner Generation wird wahrscheinlich jeder Erinnerungen an den damaligen Tag haben und es war schon komisch das alles mal aus der Nähe zu sehen. Beeindruckend wäre hier das falsche Wort.
Am Abend besuchte ich schließlich auch noch ein Musical am Broadway. Da ich sonst eher weniger an Musicals interessiert bin, kam dafür eigentlich nur King Kong für mich in Frage. Die Show war wirklich richtig super, der Gorilla riesig und richtig gut animiert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in Deutschland vergleichbare Shows zu sehen gibt und der Preis von knapp 60 Dollar war dafür auch noch relativ gut.

New York City ist auf jeden Fall immer eine Reise wert. Ich hätte noch 2 weitere Wochen dort bleiben können und es wäre mir an keinem Tag langweilig geworden. Mein Lieblingsplatz war ganz klar der Blick von der Manhattan Bridge auf die Brooklyn Bridge und die Skyline von Downtown Manhattan.

Der Flug am letzten Tag ging erst um 18 Uhr vom JFK und daher beschloss ich das Fahrrad auch erst an diesem Tag auseinander zu bauen und in die Box zu packen. Mein linkes Pedal war jedoch so stark befestigt, dass mir schließlich ein Teil meines Werkzeuges abbrach. Ich musste also kurzerhand ein Neues besorgen. Zum Glück hatte es nicht weit entfernt einen Fahrradladen und ich konnte mir ein relativ einfaches Werkzeug kaufen. Mein Rad brachte ich anschließend auch nochmal kurz im Laden vorbei, um das linke Pedal zu lösen. Auf die gleiche Weise war das Pedal auch in der Werkstatt nicht zu lösen. Erst mit Hilfe einer riesigen Zange klappte es schließlich. Den Rest demontierte ich im Hostel und so ging es am Abend nach Shannon in Irland.

Ich erreichte Shannon gegen 5 Uhr morgens. Nach kurzer Wartezeit war es nun Gewissheit. Mein Fahrrad war definitiv nicht an Bord gewesen. Ich füllte also einen Antrag aus und machte mich mit dem Bus auf ins 20 Kilometer entfernte Ennis. Dort hatte ich für 3 Tage eine Unterkunft gebucht und hoffte, dass das Rad bis dahin wieder auftaucht. Und so war es auch. Am nächsten Tag erhielt ich einen Anruf, dass der Fahrer schon auf dem Weg zu mir ist. Die Box wurde bis vor die Haustür geliefert – vorbildlich. Am 10. Februar geht es relativ auf direkten Weg Richtung Dublin. Die Etappen werden dabei realitv moderat zwischen 30 und 50 Kilometer liegen. Am 20. will ich Dublin erreichen, da an diesem Tag auch mehrere Freunde aus Deutschland für 3 Tage nach Dublin kommen. In diesen Tagen wird mit Sicherheit das ein oder andere Guinness mehr getrunken.

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